Propsteigemeinde St. Vitus
in der Pfarreiengemeinschaft Meppen-Süd

Propsteigemeinde St. Vitus • in der Pfarreiengemeinschaft Meppen-Süd

Musikgeschichte der Propsteikirche

„unde zal io zelven dat altaer bewahren unde besynghen“

Seite 1 der von Wilhelm Eggern 1955 verfassten „Notizen zur Kirchenmusik im Emsland“


Kleine Musikgeschichte der Propsteikirche:

• 1383: Das älteste schriftliche Zeugnis, das Gesang in der Propsteikirche erwähnt, findet sich in der Stiftungsurkunde einer Frühmesse am „St. Kruzis Altar“: „…dat man dar alle daghe dar vromisse zal lezen, man synghe of nicht…unde zal io zelven dat altaer bewahren unde besynghen.“

• 1577/78: Frühestes Zeugnis einer Orgel in der Propsteikirche: ein nicht genannter Orgelbauer erhält 60 Daler, um „dat Orgel van Grundt up wedderumb to maken und renoveren“

• 1647: Die Männersodalität setzt „Musik-Messen“ an allen Marienfesten fest

• 1876: Gründung des Kirchenchors „St. Cäcilia“ der Propsteigemeinde Meppen (als Männerchor) durch den Lehrer und späteren Rektor David Niermann, zusammen mit Pfarradjunkt Rehme

• 1934: Der Männerchor „St. Cäcilia“ wird von seinem damaligen Leiter Wilhelm Eggern in einen gemischten Chor umgewandelt

• 1945: Beim Brand des Turmes der Propsteikirche im April werden sowohl Orgel als auch Chor- und Notenarchiv des Chors ein Raub der Flammen

Programm der VIII. Generalversammlung des Emsländischen Bezirks-Cäcilien-Vereins 1881 in Aschendorf: Der 5 Jahre zuvor gegründete Meppener Kirchenchor trat dort neben den Chören aus Aschendorf und Heede auf.


Chorleiter an der Propsteikirche:

  • 1876 – 1905 David Niermann
  • 1905 – 1916 Franz Clausing
  • 1916 – 1946 Wilhelm Eggern
  • 1946 – 1954 Eberhard Kleinlosen
  • 1954 – 1987 Fritz Helmkamp
  • 1987 – 2011 Karl-Bernhard Hüttis
  • seit 2011 Balthasar Baumgartner

Fritz Helmkamp prägte über Jahrzehnte das Chorleben in Meppen. 1956 wurde er zum „Dekanatsbeauftragten für kirchenmusikalische Fragen“ von den Organisten und Chorleitern des Dekanats Emsland I gewählt. Neben dem Kirchenchor „St. Cäcilia“ leitete er mehrere andere Chöre, darunter den Meppener Kinderchor.


In seiner Arbeit wurde er vom Organisten Eberhard Kleinlosen von 1959 – 1987 als 2. Dirigent unterstützt.


Karl-Bernhard Hüttis setzte durch die Neugründung der Chorgruppen Gregorianikschola, des Meppener Kammerchores, des „Kleinen Chores“ und der NGL-Formation Kleiner Chor & Band neue Akzente im Musikleben der Propsteigemeinde. Aus der NGL-Formation Kleiner Chor & Band ging schließlich die Gruppe ASCHIRA hervor, die über die Grenzen unseres Bistums für Ihr Neues Geistliches Liedgut bekannt ist. (www.aschira-meppen.de)


Gemeinsames Gruppenbild des Meppener Kirchenchores und eines Dortmunder Kirchenchores vor der Propsteikirche (1956)

Probenarbeit mit Fritz Helmkamp (1960)


Organisten der Propsteikirche:

• 1835 – 1866 Ferdinand Koppenrath
• 1876 – 1905 David Niermann
• 1906 – 1916 Franz Clausing
• 1916 – 1946 Wilhelm Eggern
• 1946 – 1954 Eberhard Kleinlosen
• 1954 – 1959 Fritz Helmkamp
• 1954 – 1956 Küster und Organist Josef Kosubeck
• 1959 – 1987 Eberhard Kleinlosen
• 1987 – 2011 Karl-Bernhard Hüttis
In diese Zeit fällt der Bau der neuen Orgel durch die Gebr. Hillebrand (1992)
• 2011 – Balthasar Baumgartner

Der Kleine Chor mit Karl-Bernhard Hüttis (2004)


Der Projektchor an der Propsteikirche im Jahr 2004


Der Meppener Kammerchor vor einem Konzert in der Propsteikirche


Die Glocken der Propsteikirche St. Vitus zu Meppen:

Die Glocken der Propsteikirche in Meppen wurden 1643 in der Christinenschanze in Meppen von Franz und Peter Hemon (auch niederländische Schreibweise: Francois und Pieter Hemony) gegossen. Am 3. Februar dieses Jahres hatte ein Blitzeinschlag das Vorgängergeläut zerstört. Die Gebrüder Hemony sind auch Schöpfer der weltbekannten Glockenspiele (Carillons) von Amsterdam (Westertoren) und Utrecht (Utrechter Dom) und gelten als bedeutende Vertreter Ihrer Zunft. So heißt es von Franz Hemon in der Geschichte der Stadt Amsterdam, er habe das Stimmen der Glocken verstanden wie ein Lautenspieler und Geiger seine Saiten stimme. Das Geläut für die Propsteikirche bestand ursprünglich aus 4 Glocken mit der Stimmung des‘ – es‘ – f‘ – des‘‘. In den letzten Tagen des 2. Weltkrieges wurde die kleinste der 4 Glocken (St. Matthias) von Granaten der anrückenden Kanadier zerstört. Die größeren 3 Glocken mussten wenige Jahre zuvor bereits zu Kriegszwecken abgeliefert werden, entgingen jedoch der Einschmelzung und fanden nach dem Krieg den Weg zurück in die Propsteikirche.

Einige Details zu den Glocken:

Salvator Mundi (des`)
Unterer Durchmesser: 153 cm; Höhe mit Krone: 167 cm; Gewicht: ca. 2300 kg
Maria Mater Dei (es`)
Unterer Durchmesser: 137 cm; Höhe mit Krone: 140 cm; Gewicht: ca. 1600 kg
St. Vitus et St. Margareta (f`)
Unterer Durchmesser: 121 cm; Höhe mit Krone: 124 cm; Gewicht: ca. 1100 kg
St. Matthias (des``; 1945 zerstört)
Unterer Durchmesser: 76 cm; Gewicht: ca. 260 kg

Quelle: Pfarrarchiv der Propsteigemeinde St. Vitus in Meppen; Chorarchiv des Meppener Kirchenchores „St. Cäcilia“ (Martin Knopp)

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