Propsteigemeinde St. Vitus
in der Pfarreiengemeinschaft Meppen-Süd

Propsteigemeinde St. Vitus • in der Pfarreiengemeinschaft Meppen-Süd

Hillebrand Orgel

Die Hillebrand Orgel der Propsteikirche St. Vitus zu Meppen

Die Orgel der Propsteikirche wurde 1991/92 von der Orgelbaufirma Hillebrand aus Isernhagen bei Hannover erbaut und am Sonntag, den 29. März 1992 (4. Fastensonntag) feierlich geweiht. Der gregorianische Introitus (Gesang zum Einzug) dieses Tages beginnt mit den Worten „Laetare Jerusalem“ (lat.: „Freue Dich, Jerusalem!“), und mit Sicherheit war die Freude über dieses klangschöne Instrument bereits damals sehr groß. Somit wurde der Auftrag der Hillebrand Orgel schon am ersten Tag deutlich: mit Ihren knapp 3000 Pfeifen soll sie sowohl zur größeren Ehre Gottes als auch zur Freude der Menschen erklingen.
Die Orgel verfügt über 39 Register (verschiedene Klangfarben), verteilt auf 3 Manuale und Pedal.
Die genaue Disposition der Hillebrand Orgel können Sie hier ansehen und herunterladen.


Kleine Orgelgeschichte der Meppener Propsteikirche

Orgelmusik hat an der Meppener Propstei eine jahrhundertelange Tradition. Eine erste Orgel gab es in der Propsteikirche bereits im 16. Jahrhundert und ist spätestens für die Jahre 1577/78 nachweisbar. In diesem Jahr erhielt ein nicht genannter Orgelbauer 60 Daler, um „dat Orgel van Grundt up wedderumb to maken und renoveren“ .

Neben zahlreichen Reparatur- und Umbauarbeiten gab es vom 17. bis zum frühen 19. Jahrhundert mehrere Orgelneubauten: noch vor dem Jahr 1685 durch Orgelbaumeister Claus Hermann Lampe aus Levern, 1774 durch Christopher Köchmann aus Lingen und 1831 durch Johann Heinrich Brinkmann aus Herford.


1869 erhielt schließlich der noch junge Orgelbauer H. Niemann aus Osnabrück den Auftrag für einen weiteren Orgelneubau. Die Disposition dieses Instruments wies interessanterweise einen typisch französischen Charakter auf (u.a. die Register Flûte harmonique, Flûte Travers, Voix céleste und Basson Hautbois). Bei einem Umbau im Jahr 1909 versah Orgelbauer Rudolf Haupt aus Osnabrück die Orgel mit pneumatischen Kegelladen und einem neuem Spieltisch. In den letzten Kriegstagen, beim Beschuss der Propsteikirche durch kanadische Einheiten im April 1945, wurde die romantische Niemann Orgel zerstört. Dadurch wurde in der Nachkriegszeit wiederum ein Orgelneubau notwendig, den Orgelbaumeister Emanuel Kemper aus Lübeck 1949 ausführte. 1966 wurde die Kemper Orgel, das unmittelbare Vorgängerinstrument der Hillebrand Orgel von 1992, noch um ein Begleitwerk für den Chor erweitert.

Quelle: Winfried Schlepphorst, Der Orgelbau im westlichen Niedersachsen, Kassel 1975


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